Vergrößernde Sehhilfen
Wenn die Brille nicht mehr ausreicht können vergrößernde Sehhilfen (auch unter „Low Vision“ bekannt) oftmals weiterhelfen.
Brillen und Kontaktlinsen können fehlerhafte Augenbrechwerte optimal korrigieren. Sind aber andere Beeinträchtigungen für schlechtes Sehen verantwortlich, die durch eine Operation nicht zu beheben sind, z.B. Teilausfälle der Netzhaut oder des Sehnervs, können durch „vergrößernde Sehhilfen“ die Bildeindrücke auf die noch intakten Netzhautbereiche vergrößert werden.
Dies ist hauptsächlich dann hilfreich, wenn die zentrale Sehschärfe durch krankhafte Veränderungen gemindert ist. Die häufigste Veränderung der Makula (Stelle des schärfsten Sehens) ist altersbedingt.
Bei dieser altersbedingten Makuladegenertation (AMD) behalten die betroffenen Menschen oftmals das Orientierungsvermögen. Sie nehmen noch alles außerhalb des zentralen Gesichtsfeldes wahr; was direkt angesehen wird, ist aber verschwommen.
Da aber die Sehkraft außerhalb der Netzhautmitte relativ gering ist (selbst bei einem gesunden Auge), würde dieser Bereich z.B. zum Lesen nicht ausreichen. Um aber trotzdem mit den noch intakten Netzhautbereichen besser sehen (oder lesen) zu können, muss das Bild auf der Netzhaut vergrößert werden. Damit ist man in der Lage z.B. wieder Lesen zu können, Fernsehen zu gucken, sich zu orientieren, um wieder mehr Lebensqualität zu erlangen.
Je nach optischem Hilfsmittel muss man sich an andere Leseabstände oder Sehgewohnheiten gewöhnen. Je stärker die notwendige Vergrößerung, desto mehr muss man sich umgewöhnen. Natürlich muss man den festen Willen haben dies zu wollen. Nur damit lässt sich die eigene Unabhängigkeit bewahren.
Natürlich gibt es auch für andere Erkrankungen spezielle Hilfsmittel, wie z.B. Kantenfilter. Diese absorbieren gezielt Lichtwellen bis zu einer bestimmten Wellenlänge, um somit zu einer deutlichen Kontraststeigerung und Reduktion der Blendung zu führen.